Thermenschließung in Bad Alexandersbad gerade noch abgewendet?

Krise im oberfränkischen Kurort Bad Alexandersbad: Therme soll erst schließen - und bleibt dann offen!

Aufgrund akuter Finanzsorgen der Gemeinde kündigt die Bürgermeisterin von Bad Alexandersbad erst an, die Therme im Ort zu schließen. Kurze Zeit später kommt dann das Dementi vom Landrat: das Alexbad bleibt offen. Was war passiert?

Schließung der Therme angekündigt

Sehr zur Freude vieler Familien muss das Alexbad nicht geschlossen werden. - Quelle: Shutterstock.com

Anfang der Woche kam der Schock für die 56 Mitarbeiter des Alexbads: Die Therme im oberfränkischen Bad Alexandersbad stehe vor dem Aus, hieß es. Wie mehrere Medien berichteten, solle der Betrieb des Alexbades zum Monatsende eingestellt werden. Die Bürgermeisterin der Gemeinde, Anita Berek (SPD) teilte in einer Erklärung mit, sie sehe sich aufgrund der finanziellen Belastung für die Gemeinde gezwungen, die Therme zu schließen.

Zur finanziellen Lage der Kommune schrieb Berek, eine Erhöhung der Kassenkredite werde seit Dezember 2021 vom Freistaat nicht mehr genehmigt. Seitdem sei die Höhe auf fünf Millionen Euro begrenzt. Der Kreditrahmen für den Kurort sei voll ausgeschöpft, heißt es weiter. In unmittelbarer Zukunft stünden Ausgaben an, die die Gemeinde nicht voll bezahlen könne. Daher müsse sichergestellt werden, dass keine weiteren Defizite entstünden - etwa durch den Betrieb des Alexbades.

Kreditrahmen für die Gemeinde wird erhöht

Am Mittwoch konnte die Gemeinde dann aufatmen: Wunsiedels Landrat Peter Berek (CSU) erklärte, eine Schließung des Heilbads habe nie zur Debatte gestanden. Berek, der das 14 Millionen-Projekt Alexbad in seiner Amtszeit als Bürgermeister in Bad Alexandersbad verwirklicht hatte, vertrat die Ansicht, es seien noch nicht alle notwendigen Unterlagen eingereicht worden. “Die Aufsichtsbehörden investieren aktuell so viele Stunden wie noch nie in Bad Alexandersbad, trotzdem sind wir natürlich darauf angewiesen, dass die Gemeinde ihre Hausaufgaben macht und uns mindestens zuarbeitet und bestenfalls an Lösungen und Konzepten arbeitet”, sagte der Landrat gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Nur dann könne man finanzielle Engpässe vermeiden, so Berek, der übrigens der Cousin der Bürgermeisterin ist.

Mittlerweile hat die Regierung von Oberfranken das Einvernehmen zur Verlängerung und Erhöhung des Kassenkredits der Gemeinde Bad Alexandersbad bis zum 30. April 2022 gegeben. Wie es in der Mitteilung heißt, werde der Kreditrahmen von derzeit 5 Millionen Euro auf dann 5,315 Millionen Euro erhöht.

Therme war vor kurzem saniert worden

Die Therme in Bad Alexandersbad war erst 2017 nach einer Sanierung neu eröffnet worden. Medienberichten zufolge beliefen sich die Kosten der Renovierung auf 14 Millionen Euro. Offenbar zeichnete sich bereits kurz nach der Eröffnung ab, dass die der Investitionsentscheidung zugrundeliegenden Zahlen sich in der Realität niemals erreichen ließen. Ein Gutachten belegte zudem, dass selbst bei Vollauslastung des Bads eine Kostendeckung nicht möglich sein werde. Im Jahr 2020 setzte dann die Corona-Pandemie ein, die Bäder und Kurbetriebe zu monatelangen Schließungen zwang.

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