Thermen in Niederbayern & Energiekrise

Bedeutet ein Gaslieferstopp das Ende der Heilbäder?

Die Thermen stehen vor einem weiteren Krisenwinter. Diesmal macht ihnen nicht Corona, sondern die Energiekrise zu schaffen. Bei einer kompletten Schließung könnte es zu großen Schäden an der Technik kommen, befürchtet der niederbayerische Bezirkstagspräsident.

Schließung bei Gasmangellage

Ein Gaslieferstopp kann das Ende der Heilbäder bedeuten. - Quelle: Shutterstock.com

Die Energiekrise macht auch den Thermen zu schaffen. Neben den hohen Energiepreisen befürchten die Betreiber insbesondere einen Lieferstopp von Gas. Eine Gasmangellage hätte gravierende Folgen für die Thermalbäder. Sie müssten schließen und im Notfall die komplette Technik herunterfahren. Das wiederum sei extrem schädlich für die Becken, die Technik und die Gebäude, gab der niederbayerische Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich zu Bedenken, der auch der Verbandsvorsitzende der Bäderzweckverbände ist. Auf eine Mindestgasmenge von 25 Prozent der bisherigen Energie bei Schließung könne laut Heinrich auf keinen Fall verzichtet werden, ohne die Zukunft der Heilbäder aufs Spiel zu setzen.

Sind Heilbäder lebenswichtig oder nur Freizeiteinrichtungen?

Laut einer Mitteilung des Bezirks hatte die Bundesnetzagentur die niederbayerischen Heil- und Thermalbäder vor kurzem als "Freizeiteinrichtungen“ eingestuft und nicht als Anlagen des „lebenswichtigen Bedarfs“. Das würde bedeuten, dass die Europa Therme, die Wohlfühl-Therme, die Rottal Terme, die Limes- und die Kaiser-Therme bei einer Gasmangellage nicht mehr mit Gas versorgt werden würden und die Technik komplett heruntergefahren werden müsste.

Natürlich sehe man absolut die Notwendigkeit, in dieser besonderen Situation so viel Gas wie möglich einsparen zu müssen, so Heinrich. Daher habe man sofort mit der Schließung aller Saunen- und Dampfbäder reagiert. Mit der so eingesparten Energie wolle man die Therapie im Arzneimittel Heilwasser so lange wie möglich aufrecht halten.

Heinrich sieht hier aber einen kritischen Punkt in der Diskussion: Die Heilbäder seien keine Spaßbäder, sondern vielmehr ein wichtiger Baustein zur Gesundheitsprophylaxe für die Menschen in der Region und im Gesundheitstourismus, betonte der Bezirkstagspräsident. Laut einem Bericht der PNP hatte sich der CSU-Bundestagsabgeordnete Max Straubinger bei der Bundesnetzagentur um die Aufnahme der Thermalbäder in den sogenannten "lebenswichtigen Bedarf" bei einer Gasmangellage bemüht – allerdings ohne Erfolg.

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