Drohen Thermenschließungen? Erst die Coronakrise und jetzt die Gaskrise

Thermen und die steigenden Energiekosten

Die steigenden Energiekosten machen den Thermen in Deutschland zu schaffen. Mit Sorge blicken die Thermenbetreiber auf den Herbst und Winter - eigentlich die Hauptsaison der Thermen. Stehen die Badegäste dann vor verschlossenen Türen?

Thermen befürchten Gaskrise

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Die Verteuerung von Gas macht auch den Thermen in Deutschland zu schaffen. Einige Bäder rechnen mit Mehrkosten von mehreren Hunderttausend Euro im Herbst und Winter, andere befürchten die Schließung ihrer Anlagen, wenn das Gas knapp wird. Zudem haben sich die meisten Thermalbäder noch nicht von den Schließungen und Einschränkungen in der Corona-Pandemie erholt.

Im Angesicht steigender Energiekosten und Gasknappheit haben die Thermen verschiedene Möglichkeiten, wie etwa die Absenkung der Raum- oder Wassertemperatur, den Umstieg auf andere Heizformen oder Teilschließungen. In einer glücklichen Lage befinden sich jene Thermalbäder, die aus einer sehr heißen Thermalquelle gespeist werden: in diesem Fall muss das Wasser in den Becken nicht zusätzlich aufgeheizt werden. Mit der Abwärme kann teilweise sogar noch die Raumluft aufgeheizt werden. Ein Beispiel hierfür ist die Albtherme Bad Urach (Kreis Reutlingen), die auf Thermalwasser mit einer Temperatur von 60 Grad zugreifen kann. Das heiße Thermalwasser reiche laut Geschäftsführung sogar zum Heizen der Räume und der naheliegenden Schule aus.

Sorge im Südwesten

Im Südwesten Deutschlands rechnet man im Zuge der Gaskrise mit starken Einschränkungen des Bäderbetriebs. 35 Mineral- und Thermalbäder gibt es in Baden-Württemberg. Der Großteil der Mineral- und Thermalheilbadbetreibenden gehe davon aus, dass mindestens Teilbereiche der Thermen geschlossen werden müssten, sagt der Präsident des Heilbäderverbands Baden-Württemberg, Fritz Link. Dies würde unter anderem die energetisch aufwendigsten Bereiche treffen, wie Becken und Saunabereiche.  So hat etwa der Gemeinderat von Konstanz beschlossen, dass die Bodensee-Therme Becken und Saunen schließen muss, wenn in der Gemeinde das Gas knapp wird.

Therme Erding setzt auf alternative Energiequellen

Auch im größten deutschen Thermalbad, der Therme Erding bei München blickt man besorgt auf den Winter: „In den Wintermonaten reicht die Erdwärme nicht aus, spätestens ab November sind wir auf Gas als Wärmeträger angewiesen”, erklärt Marcus Maier von der Geschäftsleitung der Therme Erding. Ob und mit welcher Menge an Gas die Therme weiter beliefert werde, entscheide letztendlich die Politik. Seit Jahren sei man bestrebt, alles zu tun, um nicht unnötig Energie zu verbrauchen. So werde die Therme Erding mit Erdwärme aus der Ardeoquelle und zwei Blockheizkraftwerken versorgt. An sonnigen Tagen komme Solarwärme zum Einsatz. Aktuell führe man intensive Gespräche mit Herstellern von alternativen Energien wie Hackschnitzeln oder Solaranlagen. Zudem laufe die Planung für eine Photovoltaik-Großanlage auf dem Dach des Parkhauses und des Gästeparkplatzes in Form von Solardächern. Die gewonnene Energie wolle die Therme mithilfe einer Großwärmepumpe zur Eigenversorgung nutzen, so Maier.

Thüringen will Temperaturen keinesfalls absenken

In Thüringen bereiten die steigenden Energiekosten den Thermen ebenfalls Sorgen. Einige der Bäder müssten sich schon jetzt mit steigenden Energiekosten auseinandersetzen, sagt der Präsident des Thüringer Heilbäderverbands, Matthias Strejc. Mittelfristig erwartet Strejc eine Anhebung der Eintrittspreise für kommunal geführte Thermen und Saunen um bis zu einem Euro. In den sechs kommunal geführten Thüringer Thermalbädern mit ihren Saunalandschaften werde die Temperatur aber in keinem Fall wegen steigender Energiekosten heruntergedreht, betont der Verbandspräsident. Die hohe Temperatur sei schließlich das Alleinstellungsmerkmal von Thermen, so Strejc.

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