Thermen-Betreiber in Östereich: “Das Wasser steht uns bis zum Hals!”

Klares Statement der österreichischen Thermenchefs

Die österreichischen Thermenbetreiber kritisieren die Corona-Politik der Regierung in einem öffentlichen Statement. Nach sieben Monaten der Schließung gibt es weder genügend finanzielle Unterstützung noch eine Perspektive für die Wiedereröffnung. Einen Neustart erst nach Ostern würden viele Thermen nicht überleben.

Kritik an der österreichischen Corona-Politik

Die österreichischen Thermenchefs klagen: „Wasser steht uns bis zum Hals!“

Die Chefs der 35 österreichischen Thermen haben sich mit einem Statement an die Öffentlichkeit gewandt: “Das Wasser steht uns bis zum Hals!”, erklärten die Betreiber und kritisierten die Bürokratie, schlechte Informationspolitik und fehlende Unterstützung der österreichischen Regierung in der Corona-Krise. Die Lage für die Thermen während des Lockdowns ist, wie in Deutschland auch, prekär und bislang ohne Perspektive.

Am Beispiel der Sole-Felsen-Welt in Gmünd zeigt sich eindrücklich, wie schleppend die Unterstützung verläuft. Laut Geschäftsführer Bernhard Strohmeier müssen fast alle 185 Beschäftigten der Therme die Hauptsaison untätig und mit reduzierten Einkommen zuhause verbringen. Vom Bund habe die Sole-Felsen-Welt fast drei Monate lang keinen einzigen Cent bekommen. Der Kurzarbeits-Antrag für die komplette Belegschaft sei ab November viermal abgewiesen und erst nach zweieinhalb Monaten bestätigt worden, angeblich wegen fehlender Unterschriften zweier im Ausland weilender Mitarbeiterinnen. Bis heute sei trotz gültiger Bescheide kein Umsatzersatz für die Monate November und Dezember gekommen. 1,3 Millionen Euro mussten aber in einer Phase der minimalen Einnahmen alleine für die Beschäftigten von Bad und Hotel vorgestreckt werden, so Strohmeier.

Initiative für die Wiedereröffnung der Thermen

Die österreichischen Thermenbetreiber haben sich in der Initiative „Therme PLUS“ zusammengeschlossen, die sich für die kontrollierte Wiedereröffnung und mehr Transparenz etwa hinsichtlich der Planbarkeit einsetzt. Ihre Kritik ist deutlich: die staatliche Unterstützung reiche – wenn sie überhaupt ankommt – bei Weitem nicht zum Abdecken der laufenden Kosten, der Einnahmenausfälle und Kosten zur Umsetzung zusätzlicher Hygienekonzepte. Daher lautet die Forderung der Initiative: Thermen seien ein sicherer Ort und müssten bald wieder geöffnet werden. „Die Branche hat sich monatelang zurückgehalten”, erklärte Strohmeier gegenüber dem Online-Magazin NÖN.at. “Aber wir müssen allmählich Zeichen setzen, um darauf aufmerksam zu machen, dass es auch uns gibt - und dass wir seit Monaten völlig in der Luft hängen”.

Auszug aus dem Statement der Initiative “Therme PLUS”:

“Den österreichischen Thermen steht das Wasser bis zum Hals: Nach mittlerweile 7 Monaten, in denen die Betriebe geschlossen bleiben mussten, lassen Förderungen zum Teil noch immer auf sich warten, unzählige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind weiterhin in Kurzarbeit und eine Veränderung der Situation ist nicht in Aussicht. Mit der Initiative Therme PLUS fordern die Thermenbetreiber nun mehr Planungssicherheit und weisen gleichzeitig auf die Relevanz der Thermen für die öffentliche Gesundheit hin.

Die Wintersaison 2020/21 haben die meisten heimischen Thermenbetreiber für sich abgeschrieben: keine Weihnachtsurlauber, keine Semesterferien, wahrscheinlich keine Osterferien – bei praktisch unveränderten Fixkosten kommt das für viele einem wirtschaftlichen Genickbruch nahe. Zwar hätten viele der Thermen bereits die zugesagten Förderungen erhalten, zahlreiche andere warten aber weiterhin verzweifelt auf ihre Unterstützung in Form von Fixkostenzuschuss und Umsatzersatz. Besonders problematisch dabei: Nicht nur den Thermen steht inzwischen das Wasser bis zum Hals – wirtschaftlich betroffen sind ganze Regionen und ihre Bevölkerung. Vom Kochlehrling und der Physiotherapeutin über den Taxifahrer bis hin zur Milchbäuerin. „Wir haben eine soziale Verantwortung! Mit jedem Tag, den wir geschlossen bleiben, verlieren 5.000 Partner in den Regionen Aufträge. Und mit jedem Tag verlieren wir die Bindung zu unseren über 6.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von denen sich die meisten in Kurzarbeit befinden. Wir riskieren, dass diese wertvollen Fachkräfte unserer Branche den Rücken kehren…“, meint Ing. Walter Kois, Geschäftsführer der Therme Linsberg Asia und Mitglied der Initiative Therme PLUS, die im vergangenen Herbst als Zusammenschluss von 35 heimischen Thermen gegründet wurde. Eine Wiedereröffnung erst nach Ostern gilt als „worst case“ – das, so Kois, würden wohl „viele Betriebe nicht überleben“.

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