Therme Erding: Zweiter Lockdown trifft Therme schwer

Chef der Therme Erding fühlt sich im Stich gelassen

Während die Politik Industrie und Großunternehmen mit beachtlichen finanziellen Hilfen unter die Arme greift, stehen die deutschen Thermen mit ihren Millionenverlusten bislang alleine da. Der zweite Lockdown verschärft die Krise weiter. Wie lange soll die Schließung noch dauern? Und wie lange können die Thermen noch durchhalten?

Thermenchef übt Kritik

Quelle: Therme Erding

Auch die Therme Erding musste ihre Türen am 2. November erneut schließen. Nach drei Monaten Schließung im Frühjahr konnte Thermenchef Jörg Wund gerade einmal drei Monate öffnen – bei eingeschränktem Betrieb, bevor nun der zweite Corona-Lockdown verordnet wurde. Der erneute Shutdown trifft die Thermen deutschlandweit hart, normalerweise wäre jetzt Hauptsaison für Bäder, Saunen und Wellness Spas. Besonders schwierig für die Thermenbetreiber ist auch, dass es noch keine Perspektive gibt, wann wieder geöffnet werden darf. Gegenüber dem Münchner Merkur kommentierte Wund jetzt, er fühle sich als Unternehmer im Stich gelassen. Die zweite Zwangsschließung grenze schon an ein Berufsverbot. Derweil laufen die Kosten für den Betrieb der Therme weiter. Die große Anlage muss auf mindestens 20 Grad beheizt werden, damit die Palmen überleben können. Die Becken bleiben mit Wasser befüllt, damit die Pumpen und Filter keinen Schaden nehmen. 84 Prozent der Mitarbeiter musste der Thermenchef wieder in Kurzarbeit schicken, entlassen hat er bislang niemanden.

Novemberhilfe ist bislang nicht angekommen

Wie im Frühjahr hat die Geschäftsführung der Therme Erding beschlossen, die Zeit der Schließung für Bauarbeiten an der Therme zu nutzen. Böden werden erneuert, Fliesen neu verlegt, Wund macht aus der Not eine Tugend. Auch der Bäcker und der Modeshop im Foyer der Therme Erding sind geschlossen, obwohl sie eigentlich öffnen dürften. Noch ist ungewiss, ob sie von der sogenannten Novemberhilfe der Bayerischen Landesregierung profitieren können. Thermenchef Wund ist in der gleichen Situation: ob er die versprochenen 75 Prozent des Vorjahresumsatzes vom November 2019 erhalten wird, weiß er noch nicht. Im Frühjahr war er leer ausgegangen. Der Antrag auf staatliche Hilfe hat 4.000 Euro an Kosten für den Steuerberater verursacht, aber keine Unterstützung gebracht.

Weder Zuschüsse noch Versicherungsleistungen

2020 ist das bislang schwärzeste Jahr für die Therme Erding – und für viele andere Thermen in Deutschland. Wenn bis Jahresende dicht sei, werde es ein Defizit von 2,8 Millionen Euro geben, zitiert der Merkur Thermenchef Wund. Könne man das Weihnachtsgeschäft mitnehmen, rechne er mit einem Verlust von zwei Millionen Euro. Schon beim ersten Lockdown musste Wund private Gelder für den Betrieb der Therme Erding einsetzen. Auch die Betriebsausfallversicherung, in die er 21 Jahre lang eingezahlt hatte, weigert sich bislang, den Schaden zu ersetzen. Obwohl die Therme Erding seit der Eröffnung am 3. Oktober 1999 keinen einzigen Schließtag hatte – bis zum 14. März 2020. Gerade einmal 15 Prozent habe die Versicherung ihm angeboten, kommentiert der Thermenchef, das entspräche dem Umsatz von vier Tagen. Ein Prozess gegen die Versicherung würde allerdings eine Anfangszahlung von 250.000 Euro erfordern, bei ungewissem Ausgang. Noch hat Wund sich nicht entschieden.

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