Lichtblick für die Kurbäder

Die Kur wird wieder eine Kassenleistung

Ein neues Gesetz könnte die Wende für viele Kurbäder in der Corona-Pandemie bedeuten: die Badekur soll wieder eine Kassenleistung werden. Das neue Gesetz könnte schon in der ersten Hälfte des Jahres in Kraft treten und würde den Badeorten wieder reguläre Kurgäste bringen.

Die Wiedergeburt der verschriebenen Kur

Gibt es bald wieder Kuren auf Kassenkosten? Die niederbayerischen Badeorte sprechen von einem Lichtblick inmitten der Coronakrise: Denn 2021 könnte die Kur ihr Comeback erleben.

Gibt es ein Comeback für die Kur? Die niederbayerischen Badeorte sehen in der aktuellen Diskussion einen Lichtblick in der Coronakrise. Bis in die 1990er Jahre war es für Patienten möglich, eine Kur auf Kosten der Krankenkasse zu machen. Damals wurde die Badekur über drei Wochen vom Hausarzt verschrieben. Die Krankenkasse übernahm alle Kosten der Behandlung, der Patient musste nur die Unterkunft selbst bezahlen. 1996 beendete die Gesundheitsreform diese Regelung für die Badekur.

Jetzt steht die Kur als Kassenleistung offenbar vor einer Wiedergeburt. Kurz vor Weihnachten beschloss das Bundeskabinett ein Gesetz, das die Badekur wieder zu einer Kassenleistung macht: “Ambulante und stationäre Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten werden von Ermessens- in Pflichtleistungen umgewandelt”, heißt es dort wörtlich. Für die bayerischen Kurorte sei diese Entscheidung wie ein Weihnachtsgeschenk und ein Lichtblick in der Coronakrise, sagte Alois Brundobler, der Vorsitzende der bayerischen Heil- und Kurbäder.

Neue Aufwertung der Kurorte

Bis in die 1990er Jahre hatten bayerische Kurorte wie Bad Füssing, Bad Reichenhall oder Bad Kissingen hauptsächlich von den Kurgästen gelebt. Mehr als 90 Prozent der Besucher seien Kur-Patienten gewesen, erklärt Brundobler, der auch Altbürgermeister von Bad Füssing ist. Nach den Sparmaßnahmen der Gesundheitsreform und dem Ende der verschriebenen Kur mussten sich die Badeorte neu orientieren. Viele entwickelten sich verstärkt zu Tourismusorten, bauten Golfplätze oder organisierten Veranstaltungsreihen.

Das Alleinstellungsmerkmal des ortsspezifischen Heilmittels sei in den Hintergrund getreten, so Brundobler. Darum sei er sehr dankbar, dass es jetzt eine Änderung gebe und dass die Menschen vom Gesundheitsangebot wieder mehr Kenntnis erlangten. Auch für die Patienten sei das ein großer Vorteil, freut sich Stefan Speiser, Vorsitzender der Vereinigung selbständiger Physiotherapeuten im niederbayerischen Bäderdreieck: Endlich könnten Patienten eine Präventionsmaßnahme wahrnehmen, ohne dafür in eine Klinik zu müssen.

Kommt das neue Kur-Gesetz schon 2021?

Das neue Kur-Gesetz bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates und soll voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2021 in Kraft treten. Thermenbetreiber, Physiotherapeuten, Hoteliers und Gastronomen in den stark von der Pandemie gebeutelten Kurorten setzen große Hoffnungen in das neue Gesetz. Allerdings sind noch viele Fragen offen und es bleibt abzuwarten, wie die Krankenkassen auf den Vorstoß reagieren werden.

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