Sächsische Thermen in Not

Gesundheitstourismus bricht ein

Der Präsident des Sächsischen Bäderverbands fordert finanzielle Hilfen für die Thermen und Kurorte im Land: die Situation sei dramatisch, die Umsatzverluste massiv. Nun müsse die Landesregierung schnell reagieren.

Kurorte stehen vor dramatischer Situation

Toskana Therme Bad Schandaua. - Quelle: Sächsischer Heilbäderverband e.V. / Frank Höhler

Wie viele Regionen leiden auch die Sächsischen Kurorte unter den Corona-Beschränkungen.  „Die Situation kann man zweifelsohne als dramatisch bezeichnen“, sagt der Präsident des Sächsischen Heilbäderverbands, Prof. Karl-Ludwig Resch. Die meisten der 16.000 Gästebetten in Sachsens Gesundheitsorten sind seit Wochen leer, die Gäste bleiben aus. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Kurorte etwa 700.000 Gäste und 3,3 Millionen Übernachtungen. Ohne die Großstädte Leipzig, Dresden und Chemnitz machen die Kurgäste 27 Prozent der gesamten Übernachtungen in Sachsen aus. „Diese Werte zeigen die durchaus beachtliche Bedeutung des Gesundheitstourismus für Sachsen“, erklärt Resch und fordert nun finanzielle Hilfen durch die sächsische Landesregierung. Sachsens Kurorte seien wichtige Arbeitgeber in oftmals strukturschwachen Regionen und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.  Fehlende Einnahmen in der Coronazeit könne man nicht wieder aufholen, so Resch, das sei vor allem für Hotels, Pensionen und Reha-Kliniken ein großes Problem. Außerdem sei zu befürchten, dass die Gäste auch nach der Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen noch ausblieben. Sachsen hat zahlreiche Gesundheitsorte wie das Mineralheilbad Bad Brambach, das Moorheilbad Bad Düben, das Thermalheilbad Bad Lausick, Kneippkurorte wie Bad Schandau, Luftkurorte wie Gohrisch sowie Orte mit Heilquellenkurbetrieb wie das Thermalbad Wiesenbad.

Kostendruck bei den Thermen besonders hoch

Besonders hart trifft es die sächsischen Thermen, denn anders als Hotels können sie nicht einfach ihren Betrieb einstellen. Die Technik müsse weiter gewartet werden, gibt der Sächsische Bäderverband zu Bedenken: „Das Ablassen der Sole- und Heilwasserbecken lohnt sich nur bei mehrmonatiger Betriebsruhe“. So bleibt der Unterhalt der Thermen in Bad Schandau, Kirschau, Leipzig und Warmbad weiterhin kostenintensiv. Verbandspräsident Resch fordert daher eine vergleichbare Unterstützung für Thermen und Kurorte, wie sie der übrige Mittelstand bekommt, nämlich in Form von Direkthilfen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. „Sachsen darf in dieser Situation seine Kurorte und Heilbäder nicht hängen lassen, wenn der Freistaat nicht eine langfristige Schädigung dieses wichtigen Wirtschaftszweigs billigend in Kauf nehmen möchte", mahnt Resch.

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