Bayerischer Heilbäder-Verband will eigenen Rettungsfonds

Offener Brief an Ministerpräsident Söder

Die Heilbäder und Kurorte im Freistaat müssen heuer ein Minus im Millionenhöhe verkraften. Zwei Lockdowns und strenge Corona-Auflagen bedrohen die Zahlungsfähigkeit vieler Thermalorte. Nun fordert der Verband von der Politik einen eigenen Rettungsfonds.

Forderung an Ministerpräsident Söder

Der Verband Bayerischer Heilbäder fordert in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einen eigenen Rettungsfonds, um Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.

Das Corona-Jahr trifft die knapp 50 bayerischen Heilbäder und Kurorte hart. Die Thermenorte müssen innerhalb eines Jahres zwei Lockdowns sowie strenge Besucherlimits und Hygieneauflagen verkraften. Jetzt hat der Verband Bayerischer Heilbäder einen offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verfasst: Man brauche einen eigenen Rettungsfonds, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.

Heilbäder und Kurorte leiden stärker als normale Kommunen

Allein bei den Kur- und Fremdenverkehrsbeiträgen gebe es bayernweit derzeit ein Minus von mindestens 10,4 Millionen Euro, erklärte Verbandsvorsitzende Alois Brundobler auf dem 74. Bayerischen Heilbädertag, der online stattfand. Und da seien die Folgen des zweiten Lockdowns noch nicht einmal mit eingerechnet. Daher fordere man nun von der Politik, dass Kurorte den Verlust von Einnahmen aus den Kurbeiträgen erstattet bekommen – ebenso, wie Städte und Gemeinden einen Ausgleich für den Verlust der Gewerbesteuer bekämen. Tatsächlich litten Kurorte noch stärker unter der Corona-Krise als normale Kommunen, wie Brundobler am Beispiel von Bad Füssing ausführte: „Kein Ort hat wie Bad Füssing eine Kurgärtnerei, kein Ort beschäftigt ein Kurorchester mit 14 Mann. Kein Ort hat 220 Beschäftigte, wenn er 8.000 Einwohner hat. Das haben nur Kurorte und Heilbäder". Der Verbandschef kennt die Problematik aus erster Hand, war er doch 18 Jahre lang Bürgermeister von Bad Füssing.

Heilbäder stehen vor einem Dilemma

In vielen Kurorten machen die sogenannten freiwilligen Leistungen der Gemeinde wie der Unterhalt von Therme, Orchester oder Kurpark bis zu 80 Prozent des Haushalts aus. Um diese Ausgaben im Corona-Jahr zu finanzieren, müssten die Kommunen theoretisch einen Kredit aufnehmen. Praktisch ist das aber nicht möglich, weil auf „freiwillige Leistungen“ keine Kredite aufgenommen werden dürfen. Diese besondere Situation der Kurorte müsse berücksichtigt werden, so die Forderung des Verbands.

Die bayerische Landesregierung will die Kurorte mit zehn Millionen Euro unterstützen, wie Finanzminister Albert Füracker (CSU) angekündigt hatte. Allerdings sei diese Hilfe noch sehr unkonkret, wie Brundobler formulierte. Bislang sei nicht klar, wann Anträge gestellt werden könnten und wie Defizite berechnet werden sollten. Die Zusage von Hilfen für das Jahr 2021 sei erfreulich, aber es müssten noch viele Details geklärt werden, betonte der Verbandschef in Richtung der Politik.

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