Heilbäder und Kurorte

Was macht einen Kurort zum „Bad“?

Rund 300 Kurorte gibt es in Deutschland, gut 200 davon tragen den Titel „Bad“. Der begehrte Zusatz ist nicht leicht zu erringen, Kurorte müssen dafür einen aufwändigen Zertifizierungsprozess durchlaufen.

Prädikat „Bad“

Nur bestimmte Heilbäder dürfen die Bezeichnung "Bad" bzw. "Heilbad" führen. - Quelle: Shutterstock.com

Der Titel „Bad“ ist eine Auszeichnung für Kurorte und ein Herausstellungsmerkmal. Traditionell kennzeichnete er echte Mineralheilbäder. Um den Titel zu erhalten, müssen Kurorte einen Zertifizierungsprozess durchlaufen und nach der Anerkennung spezielle Auflagen erfüllen. Sonst droht der Entzug des Prädikats „Bad“.

Anerkennung als Kurort

Der Titel „Bad“ muss in Deutschland behördlich genehmigt werden und ist mit umfangreichen Auflagen verbunden. Das Zertifizierungsverfahren beinhaltet zwei Stufen. Zunächst muss der Anwärter die staatliche Anerkennung in einer von vier Sparten erlangen: als Mineralheilbad, Seeheilbad, heilklimatischer Kurortoder als Kneippheilbad. Zuständig für die Zertifizierung sind die Bundesländer mit ihren jeweiligen Gesetzen und Verordnungen zu den Kurorten. Nach der Anerkennung ist der Kurort berechtigt, Beihilfe von Renten- und Krankenkassen zu erhalten und Kur- und Badeärzte zu beschäftigen. Außerdem darf er eine Kurtaxe erheben.

Im zweiten Schritt zum Titel „Bad“

In einem zweiten Schritt kann der frischgebackene Kurort den Titel „Bad“ beantragen. Zuständig ist das Landesinnenministerium bzw. der Regierungspräsident. Viele Menschen würden mit dem Titel ein Image von Sauberkeit und Wohlbefinden verbinden, heißt es beim Bäderverband. Ein Heilbad muss Angebote haben, die Menschen helfen, gesünder zu werden. Medizinisches Personal und Kurmitteleinrichtungen müssen im Ort vorhanden sein. Der Kurort muss sich zudem durch gute Luft und eine minimale Schadstoffbelastung auszeichnen und soll ein reizvolles Stadtbild sowie einen Kurpark haben.

Traditionell beantragen den Titel „Bad“ nur echte Mineralheilbäder und einige Kneippheilbäder, Seebäder wie St. Peter-Ording oder Helgoland verzichten auf den Zusatz. Rund 300 Kurorte und Heilbäder sind in Deutschland anerkannt, davon tragen etwa 200 den Beinamen „Bad“. Die meisten von ihnen sind im Deutschen Bäderverband organisiert, Neuaufnahmen werden zunehmend seltener.

Ein Blick zu den europäischen Nachbarn

  • In Österreich gelten ähnliche Regelungen wie in Deutschland: Heilbäder, Thermalbäder oder Luftkurorte dürfen den Beinamen „Bad“ nur dann führen, wenn er von der jeweiligen Landesregierung verliehen wurde. 42 österreichische Orte tragen das Prädikat Bad.
  • In der Schweiz haben 11 Kurorte den Zusatz „Bad“.
  • In Italien wird das Prädikat „Terme“ an den Ortsnamen angefügt, wenn es sich um einen Thermalkurort handelt. 49 italienische Thermalbäder tragen diesen Zusatz. Darüber hinaus dürfen sich 25 italienische Kurorte „Bagni“ nennen.
  • Frankreich verwendet den Zusatz „-les Bains“ für echte Thermalbäder oder Seebäder. 81 französische Kurorte tragen dieses Prädikat. Fünf weitere Orte haben den Zusatz „-les-Thermes“.
  • In den Niederlanden hat bislang ein Thermalbad den Titel „Bad“ erhalten: seit 2009 heißt es Bad Nieuweschans.

Zurück

Über uns

Bei uns finden Sie Tipps für Ihren nächsten Thermen-Besuch, Informationen über neue Wellness-, Spa- und Thermen-Trends. Unser Redaktionsteam spürt für Sie die günstigsten Thermen-Angebote und Thermen-Gutscheine auf und macht auf besondere Thermen-Deals mit Hotel-Übernachtung aufmerksam.

Informa­tionen

Impressum

Datenschutz